Wenn wir über künstliche Intelligenz sprechen, landen wir schnell bei einer Frage: Welche Arbeitsplätze nimmt sie uns weg? Wer erlebt, wie ein Programm Texte formuliert, Belege verarbeitet oder einen Vorgang vorbereitet, kann sich dieser Frage kaum entziehen. Mich beschäftigt allerdings noch eine zweite: Wer soll die Arbeit 2035 eigentlich machen, wenn wir nicht automatisieren?
In meinen Berufskundeseminaren betrachten wir auch die Altersstruktur von Beschäftigten. Dabei wird deutlich: Die technische Entwicklung trifft auf einen Arbeitsmarkt, aus dem in den nächsten Jahren sehr viele erfahrene Menschen ausscheiden. Ihre Arbeit verschwindet deshalb nicht automatisch. Wer Menschen beruflich berät, muss beide Entwicklungen verstehen. Schließlich empfehlen wir eine Ausbildung oder Weiterbildung für eine Zukunft, die sich gerade verändert.
Die Babyboomer gehen. Die Aufgaben bleiben nicht einfach liegen.
Nach den Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 werden bis 2040 rund 13,3 Millionen der damaligen Erwerbspersonen das Alter von 67 Jahren überschritten haben. Das entspricht etwa 30 Prozent. Erwerbspersonen umfasst Erwerbstätige und Erwerbslose; die Zahl beschreibt keine ebenso große Stellenlücke. Für 2035 erwartet die aktuelle Bevölkerungsvorausberechnung in allen Varianten, dass ungefähr jeder vierte Einwohner mindestens 67 Jahre alt sein wird. Destatis: Erwerbspersonen; Bevölkerungsvorausberechnung.
Das betrifft viele Berufsfelder. Die Bundesagentur für Arbeit ermittelt für 2025 Engpässe in 157 Berufsgattungen, besonders etwa in Pflege, Gesundheit, Bau und Handwerk. Gleichzeitig gibt es Arbeitslosigkeit und Stellenabbau. Ein freigesetzter Sachbearbeiter ist nicht automatisch die gesuchte Pflegefachkraft. Demografie, Qualifikation, Region und wirtschaftliche Entwicklung müssen zusammen betrachtet werden. BA: Fachkräfteengpässe, September 2026.
Montage, Handwerk, Büro: gleiche Frage, unterschiedliche Antworten
Ein anschauliches Beispiel ist die Fachkraft für Metalltechnik, Fachrichtung Montagetechnik. Bauteile müssen gefügt, Abläufe vorbereitet und Ergebnisse geprüft werden. Wenn erfahrene Mitarbeiter gehen, fehlt oft auch das Wissen, woran sich ein Fehler früh erkennen lässt. Automatisierte Montageschritte und körperliche Entlastung können hier beides unterstützen: Arbeitskapazität sichern und Erfahrung länger im Betrieb halten.
Bei Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik stellt sich die Zukunftsfrage ebenfalls. Nur lässt sich eine Reparatur in einem engen Altbaukeller anders automatisieren als ein wiederholter Arbeitsschritt in einer Fertigungsanlage. Digitale Diagnose, Planung und Dokumentation können sich trotzdem deutlich verändern. Viel Personalbedarf bedeutet nicht automatisch viel Automatisierungspotenzial. Und körperlich anspruchsvolle Berufe verlangen zusätzlich einen Blick darauf, wie lange Menschen ihre Arbeit gesund ausüben können. BAuA zum gesundheitlich begründeten Erwerbsausstieg.
Wie die Altersstruktur aussieht, zeigt die BA-Statistik für die breitere Berufsgruppe Maschinenbau und Betriebstechnik auf Fachkräfteniveau: Deutschlandweit waren am 30. Juni 2025 von insgesamt 866.630 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 222.080 mindestens 55 Jahre alt und 82.830 unter 25. Das sind rund 2,7 ältere Beschäftigte je jüngerer Arbeitskraft. Die Werte beziehen sich auf den Arbeitsort und sind auf Zehner gerundet. Sie beschreiben die Berufsgruppe, nicht ausschließlich den Ausbildungsberuf Montagetechnik. BA: Berufe auf einen Blick, Auswahl 251 / Fachkräfte / Deutschland.
Mit Nachwuchs meine ich hier ausdrücklich die Beschäftigten unter 25 Jahren. Ihr Verhältnis zu den Beschäftigten ab 55 macht die Altersstruktur sichtbar. Es ist aber keine direkte Ersatzrechnung: Verglichen werden unterschiedlich breite Altersgruppen, und zukünftige Ausbildungsabsolventen, Quereinsteiger oder Zuwanderer sind darin noch nicht vollständig abgebildet. Zudem kann eine statistische Berufsgruppe mehrere Ausbildungsberufe enthalten. Genau hinzusehen macht die Entwicklung verständlicher.
71 Prozent in der Montagetechnik, 11 Prozent in der Pflege – was heißt das?
Der Job-Futuromat des IAB zeigt für die Fachkraft für Metalltechnik in der Fachrichtung Montagetechnik 71 Prozent Automatisierbarkeit. Beim Berufsprofil für Pflegefachmann und Pflegefachfrau sind es 11 Prozent: zwei von 19 Kerntätigkeiten. Im Pflegeprofil zählt unter anderem Pflegedokumentation zu den automatisierbaren Aufgaben, Angehörigenberatung dagegen nicht. Das ist ein wichtiger Unterschied innerhalb eines Berufs. IAB-Job-Futuromat; Berufsprofil Pflegefachmann und Pflegefachfrau.
Gemessen wird, welcher Anteil der Kerntätigkeiten technisch vollautomatisch von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnte. Im Standardwert werden diese Tätigkeiten gleich gewichtet. Er misst weder die Arbeitszeit an einem konkreten Arbeitsplatz noch die Wahrscheinlichkeit einer Entlassung. Die zugrunde liegende Technologiebewertung hat den Stand 2022. Wirtschaftlichkeit, Qualität, rechtliche Grenzen und betriebliche Entscheidungen bestimmen mit, was tatsächlich umgesetzt wird. IAB: Methodik und Grenzen.
70 Prozent automatisierbare Tätigkeiten bedeuten nicht, dass 70 Prozent der Beschäftigten arbeitslos werden.
Gerade der Vergleich mit Pflege, Erziehung und pädagogischer Arbeit schärft den Blick: Beziehung, unmittelbare Betreuung und situatives Handeln sind anders einzuordnen als standardisierte Informationsverarbeitung. Ein niedriger Automatisierungswert bedeutet deshalb keineswegs, dass ein Beruf von neuer Technik unberührt bleibt.
2035 wird nicht mit dem Technologiestand von 2022 arbeiten
Für ein Zukunftsseminar ist der Futuromat ein Ausgangspunkt. Wir müssen zusätzlich fragen, was sich in den kommenden fünf bis zehn Jahren verändern könnte. Neuere Forschung zu generativer KI sieht Büro- und Verwaltungstätigkeiten besonders stark betroffen. Auch hochqualifizierte Arbeit ist kein geschützter Bereich: Das IAB weist bereits für 2022 einen deutlichen Anstieg des Substituierbarkeitspotenzials bei Expertenberufen aus. ILO, 2025; IAB-Kurzbericht 5/2024.
Das betrifft auch die Steuerberatung. Belegverarbeitung, Auswertungen und vorbereitende Recherche bieten andere Ansatzpunkte als die Beratung bei komplexen Entscheidungen. Steuerberater und Steuerfachangestellte haben dabei unterschiedliche Tätigkeitsprofile. Wie beweglich diese sind, zeigt die Bundessteuerberaterkammer: Sie berichtet Anfang 2026 über eine Aktualisierung des IAB-Profils für Steuerfachangestellte, die veränderte Ausbildungsinhalte berücksichtigt. Berufsbezeichnungen allein reichen für eine Zukunftsaussage nicht aus. BStBK-Report 1/2026.
Ein IAB-Szenario von 2025 macht die mögliche Größenordnung des Umbaus deutlich: Bei verstärktem KI-Einsatz werden gegenüber einem Referenzpfad innerhalb von 15 Jahren rund 1,6 Millionen Stellen auf- oder abgebaut; insgesamt bleibt die Beschäftigung annähernd gleich. Das ist eine bedingte Modellrechnung. Ihr wichtiger Gedanke: Hinter einem ähnlichen Gesamtergebnis kann eine erheblich veränderte Berufswelt stehen. IAB-Forschungsbericht 23/2025.
Wenn Automatisierung eine Lücke schließt
Stellen wir uns vor, ein Betrieb benötigt heute 100 vergleichbare Einheiten Arbeitskapazität und Menschen können alle 100 leisten. Künftig stehen bei gleichem Bedarf nur noch 65 Einheiten menschliche Kapazität zur Verfügung. Kann Technik die passenden 35 Einheiten übernehmen, schließt sie in diesem Beispiel eine Lücke. Sie erzeugt nicht automatisch 35 Arbeitslose.
Natürlich müssen die Aufgaben dafür geeignet sein. Einführung, Kontrolle und Wartung brauchen ebenfalls Menschen. Und andernorts können trotzdem Arbeitsplätze wegfallen. Aber das Modell zeigt, warum wir Automatisierung auch als mögliche Antwort auf fehlende Arbeitskräfte betrachten müssen.
KI bekommt Hände – und übernimmt körperliche Aufgaben
Robotik reicht heute von mobilen Transporthelfern über lernfähige Greifsysteme bis zu humanoiden Robotern. Es geht um Materialversorgung, Maschinenbedienung, Montage und Qualitätskontrolle. Bei BMW sind mobile Roboter bereits in Logistikabläufe eingebunden; in Leipzig kommen erste Aufgaben mit dem humanoiden AEON hinzu. Agile Robots zu idealworks und BMW; Hexagon zu AEON.
Auch der Münchner Hersteller Agile Robots entwickelt mit Agile ONE einen humanoiden Industrieroboter und hat die eigene Fertigung in Bayern angekündigt. Volkswagen gehört ebenfalls in dieses Bild: UBTECH dokumentiert Qualitätsprüfungen mit Walker S Lite beim Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen in Qingdao, China. Es sind unterschiedliche Systeme und Entwicklungsstände, aber längst mehr als eine einzelne Versuchsanordnung. Agile ONE; UBTECH: Industrieanwendungen.
Fähigkeiten wie der automatische Batteriewechsel von AEON können längere Einsätze ermöglichen. Verlässlichkeit und Wartung bleiben betriebliche Aufgaben. Für die Berufskunde zählt die Richtung: Auch körperliche Arbeit wird neu verteilt. Wer Prozesse versteht, Systeme einrichtet oder Fehler behebt, kann sich neue Möglichkeiten erschließen. AEON: Herstellerangaben.

Heute Fahrer gesucht. Und morgen?
Autonomes Fahren betrifft Taxiverkehr, Shuttle- und Linienangebote ebenso wie Gütertransport. In Hamburg können seit Juli 2026 ausgewählte Fahrgäste im MOIA-Testbetrieb autonome Fahrten buchen, noch mit Sicherheitsfahrer. Dahinter steht der Volkswagen-Konzern mit einer Lösung aus Fahrzeugen, Fahrsoftware und Flottensteuerung. Entscheidend ist gerade dieses Zusammenspiel: Es geht um ein organisierbares Verkehrsangebot. MOIA zum Hamburger Testbetrieb.
München nennt für Waymo einen geplanten Fahrgaststart bis Ende 2027, vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen. MAN bereitet dort einen automatisierten Stadtbus für den Pilotbetrieb mit Sicherheitsfahrer vor. Solche Projekte zeigen, wie aus technischer Machbarkeit schrittweise eine Dienstleistung wird – und weshalb wir uns mit den beruflichen Folgen vor der flächendeckenden Einführung befassen müssen. Stadt München; MAN.
Die Auswirkungen unterscheiden sich: Ein Lkw zwischen Logistikzentren stellt andere Anforderungen als die Paketzustellung bis zur Wohnungstür. ATLAS-L4 hat autonome Lkw auf deutschen Autobahnen erprobt, durchgehend mit Sicherheitsfahrer. Auch auf der Schiene bedeutet Automatisierung nicht automatisch fahrerlosen Betrieb: Bei ATO GoA2 bleibt ein Triebfahrzeugführer an Bord. Und ein Elektroantrieb sagt zunächst nichts darüber aus, wer fährt. MAN: ATLAS-L4; DB: automatisiertes Fahren.
Für die Vermittlung im SGB II ist das eine Frage von heute. Eine Qualifizierung für einen Fahrberuf kann sinnvoll sein. Wir sollten aber mitprüfen, welche Aufgaben beim regionalen Arbeitgeber bleiben und welche zusätzlichen Kompetenzen langfristig tragen. Bus-, Taxi-, Kurier- und Berufskraftfahrer pauschal abzuschreiben wäre ebenso falsch, wie ihren heutigen Bedarf als dauerhafte Garantie zu behandeln. Die Technik ist für bestimmte Anwendungen bereits vorhanden. Zuverlässigkeit, Genehmigungen, Kosten und betriebliche Einführung entscheiden mit, wann daraus ein breiter Arbeitsmarkteffekt wird.

Wenn aus einem gesprochenen Auftrag fertige Arbeit wird
Auch dieses Themenpaket ist ein Beispiel. Ich habe Gedanken eingesprochen, die Richtung vorgegeben und Ergebnisse korrigiert. Die KI hat Texte, Word-Unterlagen und die Website-Vorbereitung erarbeitet. Ein entscheidender Schritt heißt Computer Use: KI bedient freigegebene Programme und führt Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg aus. Ich habe das mit GPT-6 Astra und GPT-5.6 Sol ausprobiert. Im Sprachgespräch lässt sich Arbeit beauftragen und nachsteuern – abhängig von Werkzeugen und Zugriffsrechten. OpenAI: Computer Use; Modelle; Sprachsteuerung.
Was heißt das praktisch? In meinen Versuchen fand die KI in Outlook das passende Postfach und die gesuchte E-Mail, obwohl ich den Absender ungenau benannt hatte. Bei einem Antrag auf Kurzzeitpflege ging das noch weiter: Nach meinem Sprachauftrag suchte die KI sämtliche benötigten Angaben in Outlook zusammen, übertrug sie in das digitale Antragsportal und durchlief den gesamten Online-Antragsweg eigenständig. Sie trug alle notwendigen Informationen ein, füllte den Antrag vollständig aus und sendete ihn ab. Der Antrag wurde anschließend genehmigt. Dazu kommen Präsentationen, Artikelüberarbeitungen und Homepages. Ich beschreibe das Ziel und bespreche Rückfragen wie mit einem Menschen. Das erleichtert Arbeit erheblich: Suchen, Übertragen und Bearbeiten greifen ineinander. Für mich zeigt dieser konkrete Fall, wie weit die Arbeitserleichterung bereits reicht: vom gesprochenen Auftrag bis zum tatsächlich eingereichten Antrag.
Wie schnell sich die Fähigkeiten entwickeln, zeigt ein aktueller Test: ARC Prize meldete am 3. September 2026 für GPT-6 Astra 99,9 Prozent im ARC-AGI-3 Semi-Private – einen Spitzenwert in diesem Benchmark. Er wurde mit einem anbieterspezifischen Testaufbau erreicht; im Standardaufbau waren es 62,7 Prozent. Geprüft wird das Erkunden und Lösen unbekannter, begrenzter Aufgabenwelten. Das ist ein deutlicher Fortschritt, aber weder ein Beweis allgemeiner künstlicher Intelligenz noch eine Aussage, dass 99,9 Prozent beruflicher Arbeit übernommen werden können. ARC Prize: Ergebnisse und Einordnung.
Besteht ein Arbeitsplatz überwiegend aus solchen digitalen Abläufen, kann deren Automatisierung große Teile seines bisherigen Aufgabenpakets erfassen. Gleichzeitig sinken Einstiegshürden: Menschen mit wenig Softwareerfahrung oder ohne höheren Bildungsabschluss können leichter anspruchsvolle Büroaufgaben angehen. Sie brauchen dafür Anleitung, fachliche Grundlagen und die Fähigkeit, Fehler zu erkennen. Ein überzeugendes Dokument ist noch kein geprüftes Ergebnis.
Genau hier liegt eine Chance für Weiterbildung. Aufgaben klären, brauchbare Informationen liefern, Ergebnisse prüfen und nachbessern: Das lässt sich lernen. Unternehmen können daraus erhebliche Vorteile bei Zeit, Kosten und Leistungsumfang gewinnen, wenn Qualität und Nacharbeit mitgerechnet werden. Wer bisher an komplizierter Software gescheitert ist, sollte deshalb eine neue Chance bekommen. Berufliche Beratung muss diese Möglichkeiten ebenso ernst nehmen wie das Risiko, dass bisherige Tätigkeiten entfallen.

Wer beruflich berät, braucht diesen Blick jetzt
Auch Fallmanagement und Arbeitsvermittlung verändern sich. Recherche, Dokumentation, Stellenabgleich und Gesprächsvorbereitung bieten Ansatzpunkte für KI. Ein vertrauensvolles Gespräch, das eine schwierige Lebenslage versteht und tragfähige nächste Schritte entwickelt, hat andere Anforderungen. Selbst hier ist die Grenze nicht unveränderlich: KI kann Gespräche unterstützen, ihre Qualität und die Verantwortung müssen wir dennoch beurteilen.
Für die Beratung folgen daraus sehr konkrete Fragen: Passt die empfohlene Qualifizierung zu Aufgaben, die künftig gebraucht werden? Welche Fähigkeiten kann jemand übertragen? Was verändert sich bei regionalen Arbeitgebern? Wer noch 10, 20 oder 30 Berufsjahre vor sich hat, braucht erreichbare Lernschritte und eine belastbare Perspektive. Ein pauschales „Dieser Beruf ist sicher“ hilft dabei ebenso wenig wie eine Liste angeblich aussterbender Berufe.
Jobcenter und Arbeitsagenturen müssen Berufskunde, Arbeitgeberkontakt und Weiterbildung zusammenbringen. Bildungsträger und Schulen brauchen aktuelle Tätigkeitsbilder. Verwaltungen und Personalverantwortliche müssen rechtzeitig Erfahrung sichern und Lernzeit ermöglichen. Hier knüpft das Thema an meine Seminare zur Bildungs- und Berufskunde, zur Digitalisierung in der Berufswelt und zur KI in der Arbeitsvermittlung an.
Produktivität braucht gesellschaftliche Verantwortung
Zur Debatte gehört auch die Finanzierung des Sozialstaates. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert im September 2026, weitere Einkommens- und Wertschöpfungsquellen stärker einzubeziehen, und will Möglichkeiten einer angepassten Unternehmensbesteuerung prüfen. Das ist ein Fraktionsbeschluss mit Forderungen und Prüfvorhaben, keine bereits beschlossene KI-Steuer der Bundesregierung. Beschlusspapier, Seite 6.
Wenn Wertschöpfung weniger unmittelbar von menschlichen Arbeitsstunden abhängt, müssen Finanzierung und Verteilung mitgedacht werden. Ebenso wichtig sind Mitbestimmung, Datenschutz, nachvollziehbare Entscheidungen und Unterstützung bei beruflichen Übergängen. Wer notwendige Produktivität ermöglichen will, muss auch dafür sorgen, dass Menschen am Nutzen teilhaben können.
Ausblick
Die Zukunft der Arbeit gehört in die Beratung von heute
Wir sollten technischen Fortschritt weder schönreden noch auf die Angst vor Arbeitsplatzverlust reduzieren. Entscheidend ist, welche Arbeit gebraucht wird, wer sie künftig leisten kann und wie Menschen auf veränderte Aufgaben vorbereitet werden. Das lässt sich lernen. Und wer andere beruflich begleitet, sollte sich damit befassen, bevor veraltete Vorstellungen die nächste Empfehlung bestimmen.
Im Tagesseminar „Arbeitsmarkt 2035 – Wenn Demografie auf KI und Automatisierung trifft“ zeigen wir konkrete Technologiebeispiele und arbeiten mit Berufsprofilen, Zukunftsszenarien und Beratungsfällen. Der Impulsvortrag „Wer macht die Arbeit 2035?“ eröffnet den Perspektivwechsel für Tagungen und Veranstaltungen. Welches Format passt zu Ihrer Organisation?

